IUFE Working Paper |
Die internationale Ordnung verändert sich. Geopolitische Spannungen, neue Abhängigkeiten bei Energie, Rohstoffen und Technologien sowie knapper werdende öffentliche Mittel stellen auch die österreichische Entwicklungspolitik vor neue Herausforderungen. Internationale Partnerschaften müssen deshalb stärker als bisher als Teil einer aktiven österreichischen Außenpolitik verstanden werden.
Das neue IUFE Working Paper „Internationale Partnerschaften als Teil einer aktiven österreichischen Außenpolitik“ präsentiert dafür einen Ansatz. Im Mittelpunkt stehen nicht Defizite der Partnerländer, sondern ihre Potenziale, lokale Gestaltungshoheit und die Frage, wie Zusammenarbeit langfristig Eigenständigkeit stärken kann. Leitende Prinzipien sind Subsidiarität, Menschenwürde, überprüfbare Wirksamkeit und die Überzeugung, dass nachhaltige Entwicklung wesentlich aus eigener Arbeit, Unternehmertum und funktionierenden lokalen Strukturen entsteht.
Das Paper plädiert zugleich für ein klareres österreichisches Profil: Österreich sollte jene Kompetenzen gezielt einsetzen, für die es international anerkannt ist – etwa in den Bereichen Wasser und Energie, nachhaltige Landwirtschaft, Berufsbildung, Rechtsstaatlichkeit und kommunale Entwicklung. Internationale Partnerschaften sollen dabei Entwicklungszusammenarbeit stärker mit wirtschaftlicher Kooperation, Innovation und langfristigen gemeinsamen Interessen verbinden.
Besonderes Augenmerk legt das IUFE auf Bereiche, die in der entwicklungspolitischen Debatte bislang häufig zu wenig berücksichtigt werden: technologische Zusammenarbeit und Datensouveränität, lokale Wertschöpfung, Familien und glaubensbasierte Organisationen sowie die Rolle von Diasporagemeinschaften als Brücken zwischen Österreich und den Partnerländern.
Das Working Paper formuliert neun konkrete Empfehlungen für eine strategischere, partnerschaftlichere und wirkungsorientierte österreichische Politik internationaler Zusammenarbeit. Ihr findet es hier.



