Zwischen Drohnen und Diplomatie
Wie Friede im 21. Jahrhundert gesichert werden kann
Wie verändert moderne Technologie die Kriegsführung – und welche Rolle kann Diplomatie in einer zunehmend unsicheren Welt noch spielen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unsere Veranstaltung mit ObstdG Dr. Markus Reisner.
Anhand aktueller Konflikte, insbesondere in der Ukraine und im Nahen Osten, zeigte Dr. Reisner auf, wie Drohnen die moderne Kriegsführung grundlegend verändert haben. Er verglich die heutige Entwicklung mit dem Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs – allerdings unter den Bedingungen hochentwickelter Technologien, die eine bisher ungeahnte Präzision, Geschwindigkeit und Reichweite ermöglichen. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten die Chancen und Risiken KI-gestützter Waffensysteme, die neue ethische, rechtliche und sicherheitspolitische Fragen aufwerfen.
Diskutiert wurde unter anderem, wie sich moderne Technologien auf das Völkerrecht auswirken. Wenn Staaten entscheidende technische Unterstützung oder Aufklärungsdaten liefern, stellt sich zunehmend die Frage, ab wann sie selbst als Konfliktparteien gelten könnten.
Auch die Gefahr einer weiteren internationalen Eskalation wurde thematisiert. Ob die heutige Zeit rückblickend einmal als Beginn eines dritten Weltkriegs bezeichnet werden wird, könne derzeit niemand beantworten. Fest steht jedoch, dass hybride Konflikte, Cyberangriffe, Desinformation und technologische Aufrüstung das internationale Sicherheitssystem nachhaltig verändern.
Trotz dieser Entwicklungen misst Dr. Reisner der Diplomatie weiterhin eine zentrale Rolle bei. Gerade in Zeiten wachsender Spannungen sei sie unverzichtbar, um Eskalationen zu verhindern und politische Lösungen offen zu halten. Zugleich betonte er, dass wirksame Friedenspolitik auch eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit voraussetzt.
Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Markus Reisner für seinen fundierten und eindrucksvollen Vortrag sowie bei allen Gästen für die engagierte Diskussion.



