Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Diskussionsbeiträge des IUFE

Publikationen und Veranstaltungen zu Aspekten der Agenda 2030 mit ihren 17 Sustainable Development Goals in Österreich und weltweit.

SDGs als Kompass für nachhaltige Entwicklung Österreichs und der Welt

Vor dem Hintergrund aktueller globaler Herausforderungen, wie etwa Klimawandel, Urbanisierung, Armut, Hunger, Chancenungleichheit, unmenschliche Arbeitsbedingungen, kriegerische Auseinandersetzungen, Verlust von Biodiversität und Ressourcenübernutzung sind die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) mit ihren 169 Unterzielen zu betrachten. Sie dienen als Kompass zur Lösungen dieser Herausforderungen in Österreich und der Welt.

    >>> SDG 1: Keine Armut. SDG 2: Kein Hunger. SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen. SDG 4: Hochwertige Bildung. SDG 5: Geschlechtergleichstellung. SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung. SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie. SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur. SDG 10: Weniger Ungleichheiten. SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden. SDG 12: Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster. SDG 13: Klimaschutz. SDG 14: Leben unter Wasser. SDG 15: Leben an Land. SDG 16: Friede, Gerechtigkeit, starke Institutionen. SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (Details).

IUFE möchte Beiträge zur öffentlichen Debatte leisten

Das Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE) engagiert sich, um für die öffentliche Debatte vereinzelt Beiträge in unterschiedlichster Art zu leisten. Auf verschiedensten Ebene und in diversen Bereichen zählen dazu wissensbasierte Aktivitäten, wie etwa:

In Österreich besteht Handlungsbedarf auf allen Ebenen

Im September 2015 wurde "Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" beschlossen. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichten sich demnach, auf die Umsetzung der in der Agenda 2030 enthaltenen 17 Sustainable Development Goals (SDGs) auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten. Damit besteht in Österreich Handlungsbedarf - auf allen politischen Ebenen und sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen.

Gängige Kritikpunkte an der bzw. Verbesserungsvorschläge für die SDG-Umsetzung in Österreich

Der Rechnungshof überprüfte von Juni bis September 2017 die Umsetzung der Agenda 2030 mit den 17 SDGs in Österreich. Im Juni 2018 wurden die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Forderungen betreffend Umsetzungsstrukturen, Monitoring und politische Verwantwortung veröffentlicht (Auswahl):

  • In Österreich gibt es keine klare politische Prioritätensetzung und keine gesamtstaatliche Strategie zur kohärenten SDG-Umsetzung.
  • Ein gesamtstaatlicher Umsetzungsplan mit klar definierten Verantwortlichkeiten auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene mit konkreten Maßnahmen und Zeitplan fehlt. Dadurch stockt die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern.
  • Österreich verfolgt den Mainstreaming-Ansatz. Das bedeutet, dass die Verantwortung für die SDG-Umsetzung bei den jeweiligen Bundesministerien liegt (inkl. Interpretation für den eigenen Ressortbereich, sowie individuelle Bestandserhebung und Lückenanalyse). Dies führt zu einer Fragmentierung des Umsetzungsprozesses. Governance und Kohärenz fehlen.
  • Die Bundesregierung setzte mit dem Ministerratsbeschluss vom Jänner 2016 eine interministerielle Arbeitsgruppe (Koordination: BKA und BMEIA) ein. Diese Arbeitsgruppe hält lediglich ein schwaches Mandat zur Berichterstattung über die Umsetzung inne - jedoch nicht jenes zur Koordinierung der Umsetzung selbst oder das zur Lenkung bzw. Steuerung einer kohärenten gesamtösterreichischen Umsetzung.
  • Es wurde keine weitere Organisationseinheit/Institution mit der Koordinierung der Umsetzung der Agenda 2030 bzw. mit der Beratung der Bundesregierung oder des Parlaments in Umsetzungsfragen (z.B. Wissenschaftlicher Beirat) befasst.
  • Adäquate (systematische) Strukturen für einen Multi-Stakeholder-Prozess fehlen.
  • Das Regierungsprogramm 2017 bis 2022 der Bundesregierung erwähnt (selten) die SDGs, setzte diese jedoch in keinen Kontext zu konkreten Maßnahmen.
  • Der erste nationale Fortschrittsbericht Österreichs soll im Jahr 2020 präsentiert werden. Damit ist Österreich eines der letzten Länder, welches berichtet. Bis 2030 wird insgesamt zweimal über den nationalen Fortschritt berichtet.

Weiterführende Informationen: Bericht "Agenda 2030" des Rechnungshofes | Informationen und Positionen der zivilgesellschaftlichen SDG Watch Austria | SDG-Informationen des UN Global Compact Netzwerk Österreich zur Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit | Internationale Beispiele der SDG-Umsetzung in Städten vom KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung | SDG-Projekt "UniNEtZ - Optionenpapier" der Allianz Nachhaltige Universitäten